Dr. Matthias Reinschmidt

Papageien, Tiere und ein Biologe

  

"Reinschmidts wilde Welt" mit Dr. Matthias Reinschmidt

Gleich in der ersten Sendung führt ihn eine Einladung von Tier- und Artenschützern nach Wien. Der Zoll am Wiener Flughafen hat Schmuggler mit 50 Papageieneiern aus Jamaika festgenommen. Vogelexperte Dr. Reinschmidt möchte sich die inzwischen geschlüpften Tiere ansehen und den österreichischen Kollegen dabei behilflich sein, die extrem seltene Papageienart aufzuziehen. Außerdem will der Biologe ein ambitioniertes Projekt des "Tiergarten Schönbrunn" in Wien kennen lernen: Die in unseren Breiten als ausgestorben geltenden Waldrappen sollen wieder angesiedelt und für einen 1.500 Kilometer langen Flug nach Italien trainiert werden - um die Arbeit mit den jungen Vögeln hautnah zu erleben, muss der von Höhenangst geplagte Dr. Reinschmidt in ein schwankendes Ultraleichtflugzeug steigen. Schließlich besucht der Tierexperte noch die Pandabären im Tiergarten Schönbrunn - denn den Österreichern ist das gelungen, woran selbst die Chinesen noch immer scheitern: Hier hat ein Pandapärchen auf natürlichem Weg schon zwei Babys gezeugt.

Produziert wird "Reinschmidts wilde Welt" von der Encanto Film- und Fernsehproduktions
GmbH im Auftrag von VOX.

Vor dem Start der Sendung spricht Dr. Matthias Reinschmidt über seinen Einsatz für den Tier- und
Artenschutz:
 

Ihre große Leidenschaft sind Vögel - werden wir bei "Reinschmidts wilde Welt" vor allem Vögel
sehen?

Dr. Matthias Reinschmidt: "In der Tat sind Vögel meine große Leidenschaft, aber als Biologe bin ich von der gesamten Tierwelt angetan und so werden alle Arten von Tieren bei 'Reinschmidts wilde Welt' ihren Platz finden."

Nach welchen Kriterien haben Sie entschieden, wohin Sie reisen?
Dr. Matthias Reinschmidt: "Wir haben nach spannenden Zielen Ausschau gehalten, wo praktischer Artenschutz geleistet wird und wir auch kompetente Ansprechpartner finden."

Was war Ihr persönliches Highlight während der Dreharbeiten für "Reinschmidts wilde Welt"?
Dr. Matthias Reinschmidt: "Als ich in etwa zwölf Meter Tiefe rund 50 Riffhaie um mich hatte, die so dicht an mir vorbeischwammen, dass ich auch immer wieder von ihren Flossen an meinem Kopf oder Arm gestreift wurde!"

Mussten Sie sich auf Ihren Reisen bei "Reinschmidts wilde Welt" auch persönlichen
Herausforderungen stellen?

Dr. Matthias Reinschmidt: "Jede Sendung hält auch für mich eine persönliche Herausforderung bereit. In Österreich bekam ich das Angebot, selbst in ein Ultraleichtflugzeug zu steigen, um einmal das Gefühl zu bekommen, wie die Vögel die Landschaft aus der Vogelperspektive sehen. Fliegen in großen Flugzeugen macht mir überhaupt nichts aus, aber beim Fliegen in einem offenen Gleitflieger kam meine Höhenangst voll und ganz zum Tragen und es kostete mich schon sehr viel Mut einzusteigen… Aber trotz flauem Gefühl im Magen, habe ich es nicht bereut. Auf den Bahamas waren die Tauchgänge mit Haien die Herausforderung selbst. Ich hatte ja gerade erst den Tauchschein extra für diese Reise gemacht und mein erster Tauchgang ohne meinen Tauchlehrer sollte gleich mit Haien sein! In der Slowakei war vor allem die enorme Kälte die Herausforderung, die es zu bestehen galt, denn bei meterhohem Schnee und bis zu minus 20 Grad draußen zu übernachten, um den Wölfen und Luchsen näher zu sein, da gehört schon viel Motivation dazu!"

Was war für Sie der Anreiz, an der Sendung mitzuwirken?
Dr. Matthias Reinschmidt: "Für mich ist es absolut reizvoll und sehr spannend, den Wildtieren in ihrem natürlichen Habitat näher zu kommen und auf Menschen zu treffen, die sich seit Jahren für den Schutz und den Erhalt bedrohter Tierarten einsetzen. Den gefährdeten Tierarten eine Plattform zu bieten und den Zuschauern zu zeigen, dass es sich lohnt, sich für deren Schutz einzusetzen, ist meine größte Motivation."

Wird Tier- und Artenschutzprojekten in Deutschland und weltweit genug Bedeutung
beigemessen?
Dr. Matthias Reinschmidt: "Es wird schon einiges getan, aber sicherlich noch nicht genug. Man muss diese Arbeit noch mehr in der Öffentlichkeit bekannt machen, um noch mehr Mitstreiter für diese Aufgaben zu finden. Auch dies ist eine der Intentionen meiner Sendung."

Was wünschen Sie sich für den weltweiten Tier- und Artenschutz?
Dr. Matthias Reinschmidt: "Dass der Tier- und Artenschutz zum selbstverständlichen Bestandteil der Gesellschaft wird. Er muss ernst genommen werden und sollte schon Teil des Lehrstoffs in der Schule sein."

Welche kulturellen Unterschiede konnten Sie auf Ihren Reisen im Umgang mit Tieren
feststellen?

Dr. Matthias Reinschmidt: "In vielen Ländern der Erde hat der Tier- und Artenschutz eine wesentlich geringere Bedeutung als bei uns. Bis heute gehen mir die Bilder nicht aus dem Kopf, als ich auf dem Marktplatz im indonesischen Ambon sah, wie einer lebendigen Meeresschildkröte der Panzer geöffnet wurde und wie sie dabei wild um ihr Leben strampelte oder wie in Hongkong oder in Jakarta lebende Tiere auf dem Markt als Nahrungsmittel verkauft wurden. Um sie frisch zu halten, werden sie lebend in Käfige, Netze oder Säcke zusammengepfercht, ohne dass sie sich noch bewegen können. Oft sind da auch seltene Schildkrötenarten, Schlangen und Frösche dabei. So etwas kann einen Menschen nicht ungerührt lassen!"

Wie unterscheidet sich Ihre Arbeit mit Tieren im "Loro Parque" auf Teneriffa von Ihrer Arbeit
mit Tieren in freier Wildbahn?

Dr. Matthias Reinschmidt: "Im Loro Parque versuchen wir täglich den Bedürfnissen unserer Tiere gerecht zu werden und ihnen die bestmögliche Pflege zu geben. Das Management eines Zoos ist sehr vielfältig aber auch sehr abwechslungsreich und man hat täglich den direkten Kontakt zu den Tieren. In der Natur ist man in erster Linie Beobachter der Tiere und eigentlich nur zu Gast in deren Habitat. Sie gewähren uns einen kleinen Einblick in ihr Leben, was oft unheimlich spannend ist."

Woher kommt Ihre Begeisterung für Tiere?
Dr. Matthias Reinschmidt: "Ich glaube, die ist bei mir genetisch verankert, denn schon mein Großvater war ein großer Tierfreund. Ich habe mich schon seit meiner Kindheit immer mit Haustieren umgeben und bin mit meinen Schulfreunden auf Exkursionen gegangen, um Ausschau nach Kröten, Fröschen oder Stichlingen zu halten."

Gibt es Tiere, die Sie gar nicht mögen oder vor denen Sie sich fürchten?
Dr. Matthias Reinschmidt: "Ein ganz klares 'Nein', denn alle Tiere haben eine interessante Biologie, die es zu erforschen gilt. Lediglich bei Stechmücken halten sich meine Sympathien in Grenzen."

Haben Sie selbst Tiere zu Hause?
Dr. Matthias Reinschmidt: "Im Rahmen meines Jobs habe ich immer wieder besondere Jungtiere im Haus, die es gilt von Hand aufzuziehen. In den letzten Jahren waren dies Spix- und Lear-Aras, Keas, Borstenkopfpapageien, Emus und sogar drei Humboldtpinguine. Ansonsten begleiten mich schon seit meiner Kindheit Landschildkröten, die sich bei uns im Garten
wohlfühlen. Unsere Hauskatze ist leider vor kurzem nach 17 Jahren von uns gegangen."

Quelle: Pressemeldung VOX Television GmbH - Tier-Doku "Reinschmidts wilde Welt" - 09.02.2012